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Tracking Difference: die tatsächliche Abweichung zum Index

Die Tracking Difference misst, wie weit die Wertentwicklung eines Fonds über ein Jahr von seinem Index abweicht. Sie ist eine Ergebnisgröße: Sie entsteht im Rückblick aus zwei Zahlen, die beide bereits feststehen.

Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.

Wie die Kennzahl entsteht

Die Berechnung ist eine Subtraktion:

Rendite des Fonds − Rendite des Index = Tracking Difference

Weil die Fondsrendite nach Abzug aller internen Kosten ermittelt wird, enthält das Ergebnis automatisch alles, was im Fonds passiert ist:

  • die laufenden Kosten, die auch in der TER stehen
  • Handelskosten aus dem Umschichten bei Indexanpassungen
  • Steuereffekte, etwa nicht rückholbare Quellensteuer auf Dividenden
  • Zusatzerträge, zum Beispiel aus Wertpapierleihe

Die letzte Zeile ist der Grund, warum die Kennzahl auch negativ sein kann. Ein Fonds, der seinen Index um wenige Hundertstel übertrifft, hat keine bessere Auswahl getroffen — er hat Zusatzerträge erwirtschaftet, die seine Kosten überkompensiert haben.

Der Unterschied zur ausgewiesenen TER

Beide Zahlen werden in Prozent angegeben und beschreiben trotzdem Verschiedenes:

TERTracking Difference
Zeitbezugim Voraus angekündigtim Nachhinein gemessen
Umfangdefinierte Kostenartenalles, was gewirkt hat
Vorzeichenimmer positivpositiv oder negativ möglich
QuelleFactsheet, BasisinformationsblattJahresbericht, Auswertungsportale

Die TER ist damit eine Ankündigung, die Tracking Difference ein Befund. Für die Beurteilung eines Fonds ist die zweite Zahl die belastbarere — allerdings erst, wenn sie über mehrere Jahre vorliegt. Ein einzelnes Jahr kann von Sondereffekten geprägt sein.

Für die Beurteilung eines Fonds ist deshalb nicht der niedrigste Einzelwert interessant, sondern die Stabilität über mehrere Jahre. Ein Fonds, dessen Abweichung über fünf Jahre eng um denselben Wert liegt, ist besser einzuschätzen als einer, der zwischen deutlich positiven und deutlich negativen Jahren springt — selbst wenn der Durchschnitt beider gleich ausfällt.

Zu finden ist die Kennzahl nicht im Factsheet, sondern im Jahresbericht des Fonds oder in unabhängigen Auswertungsportalen, die Fonds- und Indexrendite gegenüberstellen. Wichtig ist dabei, dass beide Renditen auf derselben Indexvariante beruhen: Wird ein Fonds gegen einen Kursindex statt gegen den Performanceindex gemessen, entsteht eine Abweichung, die nichts mit dem Fonds zu tun hat.

Nicht zu verwechseln ist sie mit dem Tracking Error: Der misst nicht die Höhe der Abweichung, sondern wie stark sie von Periode zu Periode schwankt.

Welche Konsequenz das für die Auswahl hat, behandelt Warum die Tracking Difference mehr sagt.


Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Historische Kennzahlen beschreiben vergangene Zeiträume und sagen nichts über künftige Abweichungen aus.

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