Glossar
Tracking Error: wie stark die Abweichung schwankt
Der Tracking Error misst, wie stark die Abweichung eines Fonds vom Index von Periode zu Periode schwankt. Er beschreibt damit die Verlässlichkeit der Nachbildung, nicht ihre Güte.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Was der Tracking Error misst
Berechnet wird die Standardabweichung der Renditedifferenzen zwischen Fonds und Index, üblicherweise auf Tages- oder Wochenbasis und anschließend auf ein Jahr hochgerechnet.
Der Rechenweg in Kurzform:
- Für jede Periode wird die Differenz zwischen Fondsrendite und Indexrendite gebildet.
- Von diesen Differenzen wird die Standardabweichung berechnet.
- Das Ergebnis wird annualisiert.
Ein niedriger Wert bedeutet: Der Fonds weicht in jeder Periode ungefähr gleich stark ab. Ein hoher Wert bedeutet: Die Abweichung springt — mal deutlich darüber, mal deutlich darunter.
Bemerkenswert ist, was die Kennzahl nicht aussagt. Ein Fonds, der jede Woche exakt um denselben Betrag hinter dem Index liegt, hat einen Tracking Error von nahezu null — obwohl er dauerhaft schlechter abschneidet. Umgekehrt kann ein Fonds mit hohem Tracking Error im Jahresergebnis genau auf dem Index liegen.
Typischerweise liegt der Wert bei vollständig replizierenden ETFs auf liquide Standardindizes sehr niedrig und steigt mit Sampling, Fremdwährungen und schwer zugänglichen Märkten.
Abgrenzung zur Tracking Difference
Beide Kennzahlen beschreiben dasselbe Verhältnis und beantworten verschiedene Fragen.
| Tracking Difference | Tracking Error | |
|---|---|---|
| Misst | die Höhe der Abweichung | ihre Schwankung |
| Antwortet auf | Wie weit lag der Fonds daneben? | Wie verlässlich war die Abweichung? |
| Vorzeichen | positiv oder negativ | immer positiv |
| Relevant für | die erwartete Rendite | die Planbarkeit |
Die dritte Zeile macht den Unterschied greifbar: Eine Differenz kann zugunsten des Anlegers ausfallen, ein Tracking Error nie — er ist ein Streuungsmaß und kennt keine Richtung.
Wo die Zahlen zu finden sind, unterscheidet sich ebenfalls: Die Differenz lässt sich aus Fonds- und Indexrendite selbst nachrechnen, der Tracking Error nicht — dafür braucht es die Renditereihe in kurzen Intervallen. Anbieter und Auswertungsportale weisen ihn deshalb aus, während er in Factsheets häufig fehlt.
Für die Fondsauswahl ist die Differenz die wichtigere Größe, weil sie direkt auf das Ergebnis wirkt. Der Tracking Error ist die Ergänzung: Er zeigt, wie belastbar ein günstiger Differenzwert ist. Eine niedrige Differenz bei hohem Tracking Error kann Zufall eines einzelnen Jahres sein; eine niedrige Differenz bei niedrigem Tracking Error ist ein Muster.
Wie beide Kennzahlen in der Auswahl zusammenwirken, behandelt Tracking Difference statt TER lesen.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Historische Kennzahlen beschreiben vergangene Zeiträume und lassen keinen Schluss auf künftige Abweichungen zu.
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