Glossar
TER: die Kostenquote eines ETF
Die Total Expense Ratio gibt an, welcher Anteil des Fondsvermögens pro Jahr für laufende Kosten entnommen wird. Der Wert steht in jedem Factsheet und im Basisinformationsblatt, meist als Prozentzahl mit zwei Nachkommastellen. Er wird nicht abgebucht und taucht auf keiner Abrechnung auf: Die Kosten werden dem Fondsvermögen täglich anteilig entnommen, bevor der Anteilspreis berechnet wird.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Was die Kostenquote enthält und was nicht
Die TER fasst die laufenden Kosten zusammen, die innerhalb des Fonds anfallen. Sie ist damit eine Kennzahl über den Fonds — nicht über dein Depot.
| Enthalten in der TER | Nicht enthalten |
|---|---|
| Verwaltungsvergütung der Fondsgesellschaft | Handelskosten innerhalb des Fonds |
| Depotbankvergütung | Geld-Brief-Spanne beim eigenen Kauf |
| Lizenzgebühr für den Index | Ordergebühren deines Brokers |
| Prüfungs- und Veröffentlichungskosten | Depotgebühr deines Brokers |
| — | Steuern auf deine Erträge |
Die zweite Spalte ist der Grund, warum die TER nicht die vollständige Kostenbelastung beschreibt. Wie weit ein Fonds tatsächlich hinter seinem Index zurückbleibt, zeigt erst die Tracking Difference.
Die Quote an einem Depotwert gerechnet
Ein Modellbeispiel mit runden Annahmen, damit die Größenordnung sichtbar wird:
- Depotwert: 148.600 €
- TER: 0,07 %
- Haltedauer: 22 Jahre
Im ersten Jahr entspricht die Quote einem Betrag von rund 104 €. Das klingt beherrschbar. Entscheidend ist die zweite Eigenschaft: Die Quote bezieht sich immer auf den aktuellen Fondswert. Wächst das Depot, wächst der jährliche Kostenbetrag proportional mit — ohne dass sich die Prozentzahl ändert.
Über die gesamte Haltedauer von 22 Jahren summiert sich die Belastung im Modell auf einen mittleren vierstelligen Betrag — und das bei einer der niedrigsten Quoten am Markt. Die Zahl selbst ist dabei weniger interessant als ihre Struktur: Sie fällt jedes Jahr an, unabhängig davon, ob der Fonds gestiegen oder gefallen ist. Kosten sind die einzige Größe in einer Modellrechnung, die sicher eintritt.
Genau deshalb ist die TER bei kurzen Haltedauern eine Randnotiz und bei langen eine Planungsgröße. Wie stark sich der Effekt über zwei Jahrzehnte aufbaut, rechnet der Ratgeber Wirkung der TER über die Laufzeit durch; für eigene Werte gibt es den TER-Rechner.
Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.
Woran du die Zahl im Factsheet erkennst
Berechnet wird die Quote rückblickend aus den tatsächlich angefallenen Kosten eines Geschäftsjahres, geteilt durch das durchschnittliche Fondsvermögen desselben Zeitraums. Der veröffentlichte Wert beschreibt damit streng genommen die Vergangenheit und wird als Erwartungswert für die Zukunft verwendet. Bei etablierten Index-ETFs ist das unproblematisch, weil sich die Kostenbestandteile kaum ändern.
Die Angabe erscheint je nach Dokument unter „laufende Kosten", „Ongoing Charges" oder „TER". Alle drei meinen im Regelfall dieselbe Größe. Steht daneben eine zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung, gehört sie nicht zur TER und muss separat gelesen werden — bei Index-ETFs ist das unüblich, bei aktiv verwalteten Fonds nicht.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Diese Seite erklärt eine Kennzahl und enthält keine Empfehlung für oder gegen ein bestimmtes Produkt.
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