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Die Dynamik im Sparplan durchrechnen

Eine jährliche Erhöhung um wenige Prozent verändert die Endsumme stärker als eine einmalige Ratenanhebung. Der Grund liegt darin, dass die Erhöhung selbst jedes Jahr auf die bereits erhöhte Rate wirkt.

Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.

Was eine Dynamik technisch bedeutet

Eine Dynamik ist eine prozentuale Erhöhung der Sparrate zu einem festen Termin, meist zum Jahreswechsel. Sie wird auf die zuletzt gültige Rate angewendet, nicht auf die Ausgangsrate — das ist der entscheidende Punkt.

Bei 3 Prozent Dynamik und einer Startrate von 234 Euro sieht das so aus:

JahrRateJahreseinzahlung
1234,00 €2.808 €
2241,02 €2.892 €
5263,38 €3.161 €
8287,81 €3.454 €
11314,51 €3.774 €

Über 11 Jahre summieren sich die Einzahlungen auf rund 36.100 Euro statt der 30.888 Euro bei konstanter Rate — ein Plus von etwa 17 Prozent, ohne dass je eine Entscheidung getroffen wurde.

Zwei technische Punkte sind wichtig. Erstens: Nicht jeder Anbieter unterstützt eine automatische Dynamik; wo sie fehlt, muss die Erhöhung jährlich von Hand eingestellt werden — was in der Praxis oft unterbleibt. Zweitens: Manche Anbieter erhöhen um einen festen Eurobetrag statt prozentual. Das ist keine Dynamik im hier beschriebenen Sinn, weil der Effekt linear bleibt. Wie eine Ausführung abläuft, steht unter Sparplanausführung.

Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.

Die Rate im ersten und im letzten Jahr

Der Vergleich der beiden Randjahre ist die anschaulichste Kennzahl einer Dynamik. Im Modellfall — Startrate 234 Euro, 11 Jahre, Renditeannahme 5,3 Prozent, Zielbetrag 307.000 Euro — steht am Ende eine Rate von rund 315 Euro.

Der Zuwachs beträgt 34 Prozent über elf Jahre. Wichtig ist, wogegen man ihn hält:

  • Gegen die Inflation. Bei durchschnittlich 2 Prozent Geldentwertung im Jahr verliert die Ausgangsrate über elf Jahre rund ein Fünftel ihrer Kaufkraft. Eine Dynamik von 3 Prozent gleicht das aus und legt etwas darüber hinaus. Näheres unter Inflationsrate.
  • Gegen die Einkommensentwicklung. Steigt das Einkommen schneller als 3 Prozent, wird die Sparrate relativ leichter tragbar. Bleibt es zurück, wird sie schwerer.

Daraus folgt eine praktische Auswahlregel für den Dynamiksatz: Er sollte etwa der erwarteten Geldentwertung entsprechen, wenn die Kaufkraft der Rate erhalten bleiben soll — und darüber liegen, wenn der Sparanteil am Einkommen wachsen soll.

Sätze über 5 Prozent führen bei langen Laufzeiten zu Raten, die mit dem Ausgangsplan wenig zu tun haben. Bei 5 Prozent und 25 Jahren steht am Ende mehr als das Dreifache der Startrate.

Der Effekt auf das Endkapital isoliert

Der Beitrag der Dynamik zum Endkapital hat zwei Quellen, und sie sind unterschiedlich groß.

Quelle eins: die höheren Einzahlungen. Im Modellfall rund 5.200 Euro mehr über elf Jahre. Diese Zahl steht fest und hängt an keiner Renditeannahme.

Quelle zwei: der Ertrag auf diese zusätzlichen Einzahlungen. Er ist deutlich kleiner, als man erwarten würde — weil die Erhöhungen erst spät kommen und entsprechend kurz arbeiten. Die zusätzlichen 966 Euro aus dem elften Jahr liegen nur noch Monate im Depot.

Damit lässt sich der Vergleich zur Alternative sauber ziehen. Wer stattdessen die Rate einmalig um denselben Gesamtbetrag erhöht — also von Beginn an rund 274 statt 234 Euro einzahlt — landet bei gleicher Einzahlungssumme höher, weil jeder Euro länger arbeitet.

Der Befund lautet deshalb: Die Dynamik ist der frühen höheren Rate rechnerisch unterlegen. Ihr Vorteil liegt nicht in der Mathematik, sondern in der Umsetzbarkeit — sie verlangt heute weniger Budget und wächst mit. Für viele Pläne ist das der Unterschied zwischen laufen und nicht laufen.

Wie sich der geplante Verlauf insgesamt darstellt, steht unter Zielpfad.

Wann die Dynamik das Budget überholt

Jede Dynamik hat einen Punkt, an dem die Rate nicht mehr trägt. Ihn vorher zu bestimmen ist einfacher, als ihn später zu bemerken.

Die Rechnung braucht zwei Zahlen: die heutige Obergrenze im Budget und den Dynamiksatz. Bei einer Obergrenze von 400 Euro, einer Startrate von 234 Euro und 3 Prozent Dynamik ist die Grenze nach rund 18 Jahren erreicht.

Drei Vorkehrungen halten den Plan an dieser Stelle stabil:

  1. Eine Obergrenze im Vertrag hinterlegen, falls der Anbieter das anbietet. Die Dynamik läuft dann bis zu diesem Betrag und stoppt.
  2. Einen Prüftermin setzen, spätestens zwei Jahre vor dem errechneten Punkt. Dann steht die Entscheidung an: Dynamik aussetzen, Satz senken oder Budget erweitern.
  3. Die Dynamik aussetzbar halten. Ein Jahr ohne Erhöhung ist harmlos; ein gerissener Sparplan ist es nicht.

Der dritte Punkt verdient eine Einordnung. Eine ausgesetzte Dynamik kostet im Modellfall rund ein Prozent des Endkapitals je ausgelassenem Jahr — ein überschaubarer Betrag. Sie ist damit die erste Stellschraube, die in einem engen Jahr angefasst werden sollte, lange bevor die Grundrate angetastet wird.


Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Modellrechnung mit gesetzten Annahmen, keine Prognose und keine Anlageberatung.

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