Glossar
Inflationsrate: die gemessene Preissteigerung
Die Inflationsrate misst die durchschnittliche Preissteigerung eines Warenkorbs gegenüber dem Vorjahr. Sie ist eine Durchschnittsgröße und beschreibt nicht die Preisentwicklung eines einzelnen Haushalts.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Wie sie ermittelt wird
Grundlage ist ein Verbraucherpreisindex. Das statistische Amt stellt dafür einen Warenkorb zusammen, der die typischen Ausgaben privater Haushalte abbildet, gewichtet die Bestandteile nach ihrem Ausgabenanteil und misst monatlich die Preisentwicklung.
Drei Eigenschaften sind für die Interpretation wichtig:
- Sie ist ein Durchschnitt. Wohnen, Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen entwickeln sich unterschiedlich. Die persönliche Rate weicht ab, je nachdem, wofür man Geld ausgibt.
- Der Warenkorb wird angepasst. Konsumgewohnheiten ändern sich, und die Gewichtung wird regelmäßig aktualisiert. Sehr lange Zeitreihen sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.
- Sie ist rückblickend. Veröffentlicht wird, was bereits passiert ist. Für die Planung braucht es eine Annahme über die Zukunft — und das ist eine gesetzte Größe, keine Messung.
Was dabei sinkt, ist die Kaufkraft eines Betrags — die Inflationsrate ist lediglich das Maß für dieses Sinken.
Für Modellrechnungen wird üblicherweise ein langfristiger Durchschnittswert angesetzt. Wichtig ist dabei weniger die exakte Höhe als die Konsequenz: Wer real plant, muss die Rate an jeder Stelle berücksichtigen — beim Zielbetrag, bei der Sparrate und bei der späteren Entnahme.
Die Wirkung an einem festen Betrag
Ein Modellbeispiel mit gesetzten Werten:
- Depotwert: 198.100 €
- TER des Fonds: 0,07 %
- Betrachtungszeitraum: 12 Jahre
Zunächst der einfache Fall — 10.000 € über zwanzig Jahre bei verschiedenen Annahmen:
| Jährliche Rate | Kaufkraft nach 20 Jahren |
|---|---|
| 1,5 % | rund 7.425 € |
| 2,0 % | rund 6.730 € |
| 3,0 % | rund 5.537 € |
Der Unterschied zwischen 2 und 3 Prozent wirkt gering und kostet über zwanzig Jahre rund 1.200 € Kaufkraft je 10.000 € — bei einem Depotwert von 198.100 € entspricht das etwa 23.600 €.
Genau darin liegt die Aussage: Die Inflationsrate wirkt wie eine negative Rendite, die jedes Jahr anfällt und sich mit demselben Zinseszinseffekt aufbaut wie ein Wertzuwachs. Über kurze Zeiträume ist sie vernachlässigbar, über die Laufzeit eines Vorsorgeplans nicht.
Für die Rechnung gilt deshalb dieselbe Regel wie bei Renditen: Nicht subtrahieren, sondern die Wachstumsfaktoren ins Verhältnis setzen. Der korrekte Weg steht unter Realrendite, die Umrechnung eigener Beträge übernimmt der Kaufkraft-Rechner.
Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Inflationsannahmen sind gesetzte Rechengrößen. Die tatsächliche Preisentwicklung kann deutlich abweichen.
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