Glossar
Realrendite: was nach der Inflation übrig bleibt
Die Realrendite ist die um die Inflation bereinigte Rendite und beschreibt den tatsächlichen Kaufkraftzuwachs. Sie ist die einzige Renditegröße, die eine Aussage darüber erlaubt, ob du dir am Ende mehr leisten kannst als zu Beginn.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Die Berechnung
Verbreitet ist die einfache Subtraktion: 6 Prozent Rendite minus 2 Prozent Inflation ergibt 4 Prozent real. Das ist eine Näherung, die bei kleinen Werten brauchbar ist und mit steigenden Zahlen zunehmend danebenliegt.
Korrekt ist die Division der beiden Wachstumsfaktoren:
(1 + Nominalrendite) ÷ (1 + Inflationsrate) − 1 = Realrendite
Mit den Zahlen des Beispiels: 1,06 geteilt durch 1,02 ergibt 1,0392 — also 3,92 Prozent statt 4,0 Prozent. Die Abweichung wirkt gering, wächst aber mit der Höhe beider Größen und mit der Laufzeit. Über zwanzig Jahre summiert sich der Unterschied auf einen spürbaren Betrag.
Der Grund für die Division: Rendite und Inflation wirken beide multiplikativ auf einen Bestand. Das Kapital wächst um den einen Faktor, die Preise um den anderen. Was übrig bleibt, ist das Verhältnis der beiden — keine Differenz.
Ein negativer Wert ist möglich und bedeutet, dass die Kaufkraft trotz nominal positiver Rendite gesunken ist.
Abgrenzung zur nominalen Betrachtung
Beide Größen beschreiben dieselbe Anlage und beantworten verschiedene Fragen.
| Nominalrendite | Realrendite | |
|---|---|---|
| Antwortet auf | Wie viel mehr Euro? | Wie viel mehr Güter? |
| Steht wo | in Factsheets und Abrechnungen | fast nirgends, muss gerechnet werden |
| Grundlage für | Steuerberechnung | Zielplanung |
| Bei 2 % Inflation | 6 % | rund 3,9 % |
Die dritte Zeile ist die praktisch wichtigste. Besteuert wird die nominale Wertsteigerung — auch der Teil, der lediglich die Geldentwertung ausgleicht. Wer real gerade eben die Kaufkraft erhalten hat, zahlt auf den nominalen Zuwachs trotzdem Abgeltungsteuer. Diese Asymmetrie ist ein Grund, warum eine reine Nominalplanung im Ruhestand zu optimistisch ausfällt.
Für die Planung folgt daraus eine einfache Regel: Wenn der Zielbetrag in heutiger Kaufkraft formuliert ist, muss auch mit realen Renditen gerechnet werden. Werden beide Größen vermischt, entsteht ein Ergebnis, das nominal zu niedrig und real zu hoch liegt. Wie du das im Zielbetrag konsequent umsetzt, behandelt Realer und nominaler Zielbetrag; die Umrechnung eines künftigen Betrags übernimmt der Kaufkraft-Rechner. Die unbereinigte Gegengröße steht unter Nominalrendite.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Renditeangaben in diesem Text sind gesetzte Rechenbeispiele und keine Erwartungswerte.
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