Glossar
Kaufkraft: was ein Betrag tatsächlich wert ist
Kaufkraft beschreibt, welche Gütermenge sich mit einem Geldbetrag zu einem bestimmten Zeitpunkt erwerben lässt. Sie ist damit die einzige Größe, die eine Aussage über den tatsächlichen Wert eines Betrags erlaubt.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Was Kaufkraft beschreibt
Ein Geldbetrag hat keinen eigenen Wert — er hat einen Wert im Verhältnis zu dem, was man dafür bekommt. Steigen die Preise, sinkt die Kaufkraft desselben Betrags, ohne dass sich an der Zahl etwas ändert.
Gemessen wird die Veränderung über einen Warenkorb, dessen Preisentwicklung die Inflationsrate abbildet. Daraus folgt eine Einschränkung, die für die persönliche Planung wichtig ist: Der Warenkorb ist ein Durchschnitt. Wessen Ausgaben stark von diesem Durchschnitt abweichen — etwa mit hohem Anteil für Miete oder Gesundheit —, erlebt eine andere Kaufkraftentwicklung als die veröffentlichte Rate.
Die Wirkung über die Zeit wird regelmäßig unterschätzt, weil sie exponentiell verläuft. Bei 2 Prozent jährlicher Teuerung entspricht ein Betrag nach zwanzig Jahren nur noch rund zwei Dritteln seiner heutigen Kaufkraft; nach dreißig Jahren etwa der Hälfte. Bei 3 Prozent halbiert sie sich bereits nach gut zwanzig Jahren.
Für einen Plan über mehrere Jahrzehnte ist das keine Randnotiz, sondern die zweitwichtigste Größe nach der Rendite.
Ihre Rolle beim Zielbetrag
Ein Zielbetrag lässt sich auf zwei Arten formulieren, und der Unterschied entscheidet über die gesamte Rechnung:
| Formulierung | Bedeutung | Passende Renditeannahme |
|---|---|---|
| „500.000 € im Jahr 2055" | nominaler Betrag | nominale Rendite |
| „500.000 € in heutiger Kaufkraft" | realer Betrag | reale Rendite |
Beide sind zulässig, aber sie dürfen nicht vermischt werden. Wer einen in heutiger Kaufkraft gedachten Betrag mit einer nominalen Rendite hochrechnet, kommt auf eine zu niedrige Sparrate — die Differenz merkt man erst, wenn das Ziel erreicht ist und weniger dafür zu kaufen ist als gedacht.
In der Praxis ist die reale Formulierung meist die ehrlichere, weil sich Ziele an Lebenshaltung orientieren und nicht an Zahlen. Sie verlangt allerdings, dass alle Größen real gerechnet werden — auch die Sparrate, die sonst über die Jahre an Kaufkraft verliert.
Wie sich das im Zielbetrag umsetzen lässt, behandelt Realer und nominaler Zielbetrag; die konsequente Umstellung eines bestehenden Plans zeigt Kaufkraft im Plan sichern.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Inflationsannahmen sind gesetzte Rechengrößen. Die tatsächliche Preisentwicklung kann davon abweichen.
Passt dazu
Verwandte Seiten im Glossar
Zielbetrag real statt nominal festlegen
Nominaler und realer Zielbetrag: warum die reine Zahl täuscht, wie die Kaufkraftrechnung läuft und wie du das Ziel dauerhaft real festschreibst.
Seite öffnen →Inflationsrate: die gemessene Preissteigerung
Inflationsrate erklärt: wie sie über einen Warenkorb ermittelt wird, warum sie nur ein Durchschnitt ist und was sie über zwei Jahrzehnte bewirkt.
Seite öffnen →Abgeltungsteuer: die Steuer auf Kapitalerträge
Abgeltungsteuer erklärt: Steuersatz nach § 32d EStG, die Zuschläge darauf und die Fälle, in denen die Abgeltungswirkung ausdrücklich nicht greift.
Seite öffnen →Aktienfondsquote: die Schwelle im Investmentsteuerrecht
Aktienfondsquote erklärt: welche gesetzliche Schwelle über den Teilfreistellungssatz entscheidet und wie sich die Quote an einem Fonds prüfen lässt.
Seite öffnen →