Glossar
Spread: die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem du kaufen, und dem, zu dem du verkaufen kannst. Er wird in Prozent des Mittelkurses angegeben und ändert sich laufend.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Wodurch die Spanne entsteht
Im Orderbuch stehen zwei Seiten: Kaufaufträge mit ihrer Preisobergrenze und Verkaufsaufträge mit ihrer Preisuntergrenze. Zwischen der höchsten Kaufbereitschaft und der niedrigsten Verkaufsbereitschaft liegt eine Lücke — das ist der Spread.
Drei Faktoren machen ihn breiter:
- Dünner Handel. Je weniger Aufträge vorliegen, desto größer die Lücke.
- Geschlossener Basismarkt. Ein ETF auf japanische Aktien wird abends in Deutschland gehandelt, während die Titel selbst nicht handelbar sind. Der Market Maker preist diese Unsicherheit ein.
- Unruhige Marktphasen. Bei starken Kursbewegungen weiten sich die Spannen, weil das Risiko für die Gegenseite steigt.
Warum sie keine Ordergebühr ist
Hier entsteht die häufigste Verwechslung. Beide Größen kosten Geld, aber sie funktionieren gegensätzlich:
| Spread | Ordergebühr | |
|---|---|---|
| Wer erhebt sie | niemand — sie entsteht am Markt | dein Broker |
| Wo sichtbar | im Kurs, nirgends ausgewiesen | auf der Abrechnung |
| Abhängig von | Zeitpunkt und Handelsplatz | Gebührenmodell |
| Beeinflussbar durch | Ausführungszeit, Limit | Anbieterwahl |
Nachrechnen lässt sich die Spanne jederzeit selbst: Du liest im Orderbuch den besten Geld- und den besten Briefkurs ab, bildest die Differenz und teilst sie durch den Mittelwert beider Kurse. Bei großen, breit gehandelten ETFs liegt das Ergebnis in ruhigen Marktphasen häufig im Bereich weniger Hundertstel Prozent, bei Nischenprodukten deutlich darüber.
Beeinflussen kannst du zwei Dinge. Erstens den Zeitpunkt: Innerhalb der regulären Handelszeit des Basismarkts sind die Spannen üblicherweise am engsten. Zweitens die Orderart — eine Limit-Order legt fest, welchen Preis du höchstens akzeptierst, und schützt damit vor einer ungewöhnlich breiten Spanne. Bei Sparplänen entfällt diese Wahl in der Regel, weil die Ausführung zu einem vom Broker festgelegten Zeitpunkt und ohne Limit erfolgt.
Weil der Spread nirgends als Posten erscheint, fällt er in der eigenen Kostenrechnung regelmäßig unter den Tisch. Faktisch zahlst du beim Kauf die halbe Spanne über dem Mittelkurs — und beim späteren Verkauf noch einmal die andere Hälfte darunter.
Wann die Spanne im Tagesverlauf am engsten ist, behandelt Spread und Handelszeit. Wie er sich zu den übrigen Kostenarten verhält, steht unter Transaktionskosten.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Diese Seite beschreibt einen Marktmechanismus und enthält keine Handlungsempfehlung.
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