Glossar
Transaktionskosten: alle Kosten eines Handelsvorgangs
Transaktionskosten umfassen alle Kosten, die beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers anfallen. Der größte Teil davon steht auf der Abrechnung — der unangenehmste nicht.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Aus welchen Teilen sie bestehen
Vier Posten kommen zusammen, und nur drei davon werden ausgewiesen:
- Ordergebühr des Brokers. Entweder ein Festbetrag, ein Prozentsatz des Volumens oder eine Kombination mit Mindest- und Höchstbetrag.
- Handelsplatzentgelt. Ein meist kleiner Betrag, den der Handelsplatz erhebt. Beim außerbörslichen Handel entfällt er häufig.
- Fremdspesen. Bei Ausführung im Ausland oder in Fremdwährung können zusätzliche Posten hinzukommen, etwa eine Umrechnungsgebühr.
- Spread. Die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Sie erscheint auf keiner Abrechnung, wirkt aber wie eine Gebühr — du kaufst über und verkaufst unter dem Mittelkurs.
Der letzte Posten ist der Grund, warum ein als gebührenfrei beworbener Sparplan nicht kostenlos ist. Verzichtet der Broker auf die Ordergebühr, führt er dafür oft an einem Platz aus, an dem die Spanne breiter ist. Die Kosten verschwinden dann aus der Abrechnung, nicht aus der Rechnung.
Von den Transaktionskosten zu trennen ist die laufende Depotgebühr: Sie fällt unabhängig davon an, ob du handelst.
Die Summe an einem Kauf
Ein Modellbeispiel mit gesetzten Werten:
- Depotwert: 229.300 €
- TER des Fonds: 0,07 %
- Haltedauer: 24 Jahre
Für einen einzelnen Kauf über 5.000 € bei einem Kurs von 94,10 € und einer Spanne von 0,08 Prozent:
| Posten | Betrag | Sichtbar auf der Abrechnung |
|---|---|---|
| Ordergebühr | 4,90 € | ja |
| Handelsplatzentgelt | 1,95 € | ja |
| Halber Spread | 2,00 € | nein |
| Summe | 8,85 € | teilweise |
Von 5.000 € gehen damit rund 0,18 Prozent für den Kaufvorgang weg — knapp ein Viertel davon unsichtbar.
Der Verkauf am Ende der Haltedauer kommt hinzu: Dieselben Posten fallen dort ein zweites Mal an, bezogen auf den dann deutlich höheren Betrag. Wer eine Position über Jahrzehnte hält, zahlt die Handelskosten also zweimal — einmal klein am Anfang und einmal groß am Ende. In der Entnahmephase, in der regelmäßig verkauft wird, summiert sich das entsprechend häufiger.
Für die Planung folgen daraus zwei Punkte. Erstens sind Transaktionskosten einmalig und damit bei langer Haltedauer weniger bedeutsam als die laufenden Fondskosten: Über 24 Jahre wiegt die TER auf 229.300 € um ein Vielfaches schwerer als ein einzelner Kaufvorgang. Zweitens kehrt sich das Bild bei häufigem Handeln um — wer monatlich umschichtet, zahlt die Summe zwölfmal im Jahr.
Was zwölf Ausführungen jährlich über die Laufzeit kosten, rechnet der Gebührenrechner.
Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Gebühren und Entgelte legen Broker und Handelsplatz fest; maßgeblich ist das jeweilige Preisverzeichnis.
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