Glossar
Orderbuch: alle Aufträge nach Preis sortiert
Das Orderbuch sammelt alle vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge mit ihren Preisgrenzen. Es zeigt damit nicht einen Kurs, sondern ein ganzes Preisgefüge.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Wie das Orderbuch aufgebaut ist
Das Buch hat zwei Seiten. Links stehen die Kaufaufträge, absteigend nach Preis — der höchste Gebotspreis ganz oben. Rechts die Verkaufsaufträge, aufsteigend — der niedrigste Angebotspreis ganz oben.
Ein vereinfachtes Bild:
| Kauf: Stück | Kauf: Preis | Verkauf: Preis | Verkauf: Stück |
|---|---|---|---|
| 400 | 94,08 € | 94,12 € | 350 |
| 250 | 94,05 € | 94,15 € | 600 |
| 900 | 94,01 € | 94,19 € | 420 |
Die beiden obersten Zeilen bilden die Spitze des Buchs: 94,08 € ist der beste Kaufkurs, 94,12 € der beste Verkaufskurs. Die Lücke dazwischen ist der Spread.
Zusammengeführt wird nach zwei Regeln: Preis vor Zeit. Der bessere Preis kommt zuerst zum Zug; bei gleichem Preis der ältere Auftrag. Eine Limit-Order reiht sich entsprechend ein und wartet, bis die Gegenseite zu ihrem Preis bereit ist.
Die Zahlen in der Stückspalte heißen Markttiefe. Sie sagen aus, wie viel Volumen ein Auftrag aufnehmen kann, bevor er den Kurs bewegt.
Warum der Ausführungskurs abweicht
Hier entsteht die häufigste Fehlannahme: Der angezeigte Kurs sei der Preis, den man zahlt.
Drei Gründe, warum das nicht stimmt:
- Es gibt zwei Kurse, nicht einen. Gekauft wird zum Verkaufskurs der Gegenseite, verkauft zum Kaufkurs. Der oft gezeigte „Kurs" ist häufig der letzte gehandelte Preis — ein Wert aus der Vergangenheit.
- Das Volumen an der Spitze ist begrenzt. Ein Auftrag über 800 Stück räumt im Beispiel oben die Zeile mit 350 Stück ab und wird für den Rest zu 94,15 € bedient. Es entsteht ein Mischkurs.
- Das Buch verändert sich laufend. Zwischen Anzeige und Ausführung liegen Sekundenbruchteile, in denen Aufträge hinzukommen oder verschwinden.
Für den Alltag folgt daraus nichts Dramatisches: Bei liquiden ETFs zur Haupthandelszeit ist die Spitze tief genug, dass übliche Ordergrößen zum besten Kurs ausgeführt werden. Relevant wird die Markttiefe erst bei größeren Beträgen oder engen Märkten. Wer die Kurse dort stellt, steht unter Market Maker.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Diese Seite erklärt einen Handelsmechanismus und enthält keine Handelsempfehlung.
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