Glossar
Market Maker: wer laufend Kurse stellt
Ein Market Maker stellt laufend An- und Verkaufskurse und sichert damit die Handelbarkeit eines ETF. Ohne ihn hinge jeder Kauf davon ab, dass zufällig jemand anderes gerade verkaufen will.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Die Aufgabe im ETF-Handel
Bei einer Einzelaktie treffen viele Käufer und Verkäufer aufeinander; ein Orderbuch füllt sich von selbst. Bei einem ETF ist das anders: Es gibt keine feste Stückzahl, und der Fonds kann bei Bedarf neue Anteile ausgeben oder zurücknehmen.
Genau hier setzt der Market Maker an. Er stellt gleichzeitig einen Kauf- und einen Verkaufskurs und ist bereit, gegen dich zu handeln — unabhängig davon, ob eine Gegenpartei existiert.
Sein Risiko gleicht er über den Fondsmechanismus aus: Hat er dir Anteile verkauft, kann er sich beim Fonds neue schaffen lassen, indem er die zugrunde liegenden Wertpapiere liefert. Umgekehrt gibt er zurückgekaufte Anteile an den Fonds zurück. Dieser Vorgang hält den Börsenkurs nahe am Wert des Fondsvermögens: Läuft der Kurs zu weit auseinander, wird der Ausgleich für ihn zum Geschäft.
Verdient wird an der Spanne zwischen beiden Kursen — dem Spread. Er ist damit keine Gebühr, die jemand erhebt, sondern die Vergütung für die Bereitschaft, jederzeit zu handeln.
Regulatorische Verpflichtungen
Die Rolle ist nicht freiwillig ausgestaltet. An regulierten Handelsplätzen gelten verbindliche Vorgaben:
| Pflicht | Inhalt |
|---|---|
| Anwesenheit | Kurse müssen über einen Mindestanteil der Handelszeit gestellt werden |
| Maximale Spanne | die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs darf einen Höchstwert nicht überschreiten |
| Mindestvolumen | die Kurse müssen für einen festgelegten Mindestbetrag gelten |
| Wiederaufnahme | nach einer Handelsunterbrechung sind Kurse zügig neu zu stellen |
Werden diese Vorgaben verfehlt, kann der Handelsplatz den Status entziehen. Für dich als Anleger ist das die eigentliche Bedeutung der Rolle: Die Handelbarkeit eines ETF hängt nicht am Zufall, sondern an einer zugesagten Verpflichtung.
Ergänzend gilt bei ETFs eine Besonderheit: Weil der Market Maker sich Anteile über den Fonds beschaffen kann, hängt die Handelbarkeit nicht am gehandelten Volumen des ETF selbst, sondern an der Liquidität der zugrunde liegenden Wertpapiere. Ein kleiner ETF auf einen sehr liquiden Index ist deshalb gut handelbar — ein großer ETF auf einen engen Nischenmarkt unter Umständen nicht. Das Fondsvolumen allein sagt darüber wenig aus.
Zwei Grenzen gehören dazu. In extremen Marktphasen dürfen die Pflichten ausgesetzt werden — gerade dann, wenn Handelbarkeit am wichtigsten wäre. Und die Vorgaben gelten je Handelsplatz: Außerbörslich handelst du gegen einen Anbieter ohne diese Verpflichtungen. Welcher Platz welche Regeln kennt, steht unter Xetra und Orderbuch.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Regulatorische Vorgaben legt der jeweilige Handelsplatz fest; Einzelheiten stehen in seinem Regelwerk.
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