Glossar
Sharpe-Quotient: Rendite im Verhältnis zur Schwankung
Der Sharpe-Quotient setzt die Rendite über dem risikofreien Zins ins Verhältnis zur Schwankung. Er beantwortet die Frage, wie viel Ertrag je Einheit eingegangener Schwankung erzielt wurde.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Die Formel
Die Berechnung besteht aus einer Differenz und einer Division:
(Rendite der Anlage − risikofreier Zins) ÷ Standardabweichung der Anlage
Jeder der drei Bestandteile trägt eine eigene Annahme:
- Rendite der Anlage. Rückblickend die tatsächlich erzielte, vorausschauend die gesetzte Renditeerwartung.
- Risikofreier Zins. Üblicherweise die Verzinsung kurzlaufender Staatsanleihen bester Bonität. Welcher Wert angesetzt wird, verändert das Ergebnis spürbar.
- Standardabweichung. Die Schwankung derselben Anlage über denselben Zeitraum.
Der Zähler wird als Überrendite bezeichnet: Er misst nur den Teil des Ertrags, der über die risikolose Alternative hinausgeht. Der Nenner setzt diesen Ertrag ins Verhältnis zu dem, was man dafür an Schwankung ausgehalten hat.
Ein höherer Wert bedeutet ein günstigeres Verhältnis. Absolute Grenzen, ab denen ein Wert als gut gilt, gibt es nicht — der Quotient ist eine Vergleichsgröße und nur zwischen Anlagen desselben Zeitraums und derselben Berechnungsbasis aussagekräftig.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Der Nenner behandelt Auf- und Abwärtsbewegungen gleich, sodass eine stark steigende Anlage bestraft wird. Und bei negativer Überrendite wird die Kennzahl unbrauchbar: Ein negativer Sharpe-Quotient lässt sich nicht sinnvoll vergleichen.
Der Quotient an konkreten Zahlen
Ein Modellbeispiel mit gesetzten Werten:
- Sparrate: 466 € pro Monat
- Laufzeit: 12 Jahre
- Renditeannahme: 6,6 % pro Jahr
- Zielbetrag: 236.000 €
Angenommen, der risikofreie Zins liegt bei 2,0 Prozent. Zwei Anlagen im Vergleich:
| Anlage A | Anlage B | |
|---|---|---|
| Rendite | 6,6 % | 8,4 % |
| Risikofreier Zins | 2,0 % | 2,0 % |
| Überrendite | 4,6 % | 6,4 % |
| Standardabweichung | 12,0 % | 21,0 % |
| Sharpe-Quotient | 0,38 | 0,30 |
Anlage B hat die höhere Rendite und das ungünstigere Verhältnis: Für jeden Prozentpunkt Schwankung liefert sie weniger Überrendite als A.
Zu beachten ist außerdem, dass beide Werte auf derselben Datenbasis beruhen müssen. Wird die Schwankung der einen Anlage auf Monatsbasis und die der anderen auf Jahresbasis ermittelt, sind die Quotienten nicht vergleichbar — die annualisierte Form steht unter Volatilität.
Genau darin liegt der Nutzen der Kennzahl — und zugleich ihre Grenze. Sie sagt nichts darüber, welche Anlage zu deinem Plan passt. Wer eine Zielsumme in zwölf Jahren erreichen muss, braucht möglicherweise die höhere Rendite von B und muss die größere Schwankung dafür tragen. Der Quotient beschreibt die Effizienz, nicht die Eignung.
Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Historische Kennzahlen beschreiben vergangene Zeiträume und lassen keinen Schluss auf künftige Ergebnisse zu.
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