Glossar
Volatilität: das Maß für die Streuung der Renditen
Volatilität misst, wie stark die Renditen eines Wertpapiers um ihren eigenen Mittelwert streuen. Sie sagt etwas über die Breite der Schwankung aus — nicht über ihre Richtung.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Wie die Kennzahl berechnet wird
Hinter der Volatilität steht die Standardabweichung der Renditen. Der Rechenweg hat vier Schritte:
- Die Renditen einzelner Perioden werden erfasst, meist auf Tages- oder Monatsbasis.
- Der Mittelwert dieser Renditen wird gebildet.
- Für jede Periode wird die quadrierte Abweichung vom Mittelwert bestimmt und gemittelt.
- Die Wurzel daraus ergibt die Standardabweichung, die anschließend auf ein Jahr hochgerechnet wird.
Der letzte Schritt erklärt, warum die Angabe fast immer „annualisiert" ist. Eine Monatsvolatilität von 4 Prozent entspricht rechnerisch rund 13,9 Prozent im Jahr — die Zahlen sind nur vergleichbar, wenn sie sich auf denselben Zeitraum beziehen.
Zwei Eigenschaften sind für die Interpretation wichtig. Erstens behandelt die Kennzahl Aufwärts- und Abwärtsbewegungen gleich: Ein Fonds, der ausschließlich stark steigt, hat eine hohe Volatilität. Zweitens beschreibt sie einen vergangenen Zeitraum. Eine über fünf Jahre gemessene Volatilität ist eine Beobachtung, keine Zusage für die kommenden fünf.
Die Zahl an konkreten Werten
Ein Modellbeispiel mit gesetzten Annahmen macht die Größenordnung greifbar:
- Sparrate: 412 € pro Monat
- Laufzeit: 12 Jahre
- Renditeannahme: 3,7 % pro Jahr
- Zielbetrag: 143.000 €
Angenommen, die jährliche Volatilität liegt bei 15 Prozent. Statistisch bedeutet das: Rund zwei von drei Jahren liegen im Bereich von einer Standardabweichung um den Mittelwert, also zwischen −11,3 % und +18,7 %. Rund 19 von 20 Jahren liegen innerhalb von zwei Standardabweichungen, also zwischen −26,3 % und +33,7 %.
| Bandbreite | Erwarteter Anteil der Jahre | Renditekorridor |
|---|---|---|
| ±1 Standardabweichung | rund 68 % | −11,3 % bis +18,7 % |
| ±2 Standardabweichungen | rund 95 % | −26,3 % bis +33,7 % |
Diese Übersetzung ist der eigentliche Nutzen der Kennzahl: Aus einer abstrakten Prozentzahl wird ein Korridor, den du gegen deine eigene Belastbarkeit halten kannst.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Rechnung unterstellt eine Normalverteilung, und reale Kapitalmärkte weichen davon ab — sehr starke Ausschläge treten häufiger auf, als das Modell erwarten lässt. Und die Volatilität sagt nichts über die Dauer eines Rückgangs. Dafür ist der maximale Drawdown die passendere Größe.
Wie sich die Streuung mit zunehmender Haltedauer verändert, zeigt Volatilität und Planungssicherheit.
Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Historische Schwankungsmaße beschreiben vergangene Zeiträume und lassen keinen Schluss auf künftige Wertentwicklungen zu.
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