Glossar
Maximaler Drawdown: der größte Rückgang vom Höchststand
Der maximale Drawdown ist der größte Rückgang vom Höchststand bis zum darauffolgenden Tiefpunkt. Er wird in Prozent angegeben und bezieht sich immer auf einen konkreten Betrachtungszeitraum.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Was gemessen wird
Die Berechnung sucht innerhalb eines Zeitraums das ungünstigste Paar aus Hoch und darauffolgendem Tief:
(Tiefstwert − vorheriger Höchststand) ÷ vorheriger Höchststand
Ein Kurs, der von 100 auf 62 fällt, ergibt einen Drawdown von −38 Prozent. Steigt er anschließend auf 118 und fällt später auf 95, ist der zweite Rückgang mit −19,5 Prozent kleiner — der maximale Drawdown bleibt bei −38 Prozent.
Drei Punkte gehören zur sauberen Lesart:
- Der Zeitraum ist entscheidend. Ein Drawdown über zehn Jahre ist nicht mit einem über drei Jahre vergleichbar. Je länger der Betrachtungszeitraum, desto größer fällt der Wert tendenziell aus.
- Der Höchststand muss vorher liegen. Ein Rückgang wird nie gegen ein späteres Hoch gemessen, sondern immer gegen den bis dahin erreichten Spitzenwert.
- Die Erholungsdauer fehlt in der Zahl. Zwei Fonds mit identischem maximalen Drawdown können sich stark unterscheiden, wenn der eine nach zwei Jahren wieder auf dem alten Stand war und der andere nach neun.
Der letzte Punkt wird regelmäßig übersehen. Für einen laufenden Plan ist die Dauer oft relevanter als die Tiefe — besonders in der Entnahmephase, in der währenddessen weiter verkauft werden muss.
Warum es kein realisierter Verlust ist
Hier setzt die häufigste Verwechslung an. Ein Drawdown von 38 Prozent bedeutet nicht, dass 38 Prozent des Geldes weg sind.
| Maximaler Drawdown | Realisierter Verlust | |
|---|---|---|
| Entsteht durch | Kursbewegung | Verkauf |
| Steht wo | in der Auswertung | in der Steuerbescheinigung |
| Steuerlich relevant | nein | ja |
| Umkehrbar | ja, durch Kurserholung | nein |
Solange nicht verkauft wird, ist ein Drawdown eine Bewertungsgröße. Er wird erst dann zu einem tatsächlichen Verlust, wenn Anteile zu diesem Kurs veräußert werden — sei es freiwillig oder weil Geld gebraucht wird. Genau das ist der Grund, warum eine Liquiditätsreserve in einem Plan mehr bewirkt als jede Kennzahl: Sie entscheidet darüber, ob aus einem Buchwert ein Verlust wird.
Für die Planung ist die Zahl trotzdem nützlich, allerdings anders als oft angenommen. Nicht als Prognose, sondern als Belastungstest: Übersetzt man den Prozentwert in einen Eurobetrag des eigenen Depots, entsteht eine Zahl, die man vorab akzeptieren kann oder nicht. Wie das praktisch geht, zeigt Drawdown als Planungsgröße. Die Ergänzung um den Zeitpunkt liefert Sequenzrisiko, die Streuung selbst misst die Volatilität.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Historische Rückgänge beschreiben vergangene Zeiträume und sagen nichts über künftige Kursverläufe aus.
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