Glossar
Kursindex: nur die Kursbewegung, keine Ausschüttungen
Ein Kursindex bildet allein die Kursentwicklung ab und lässt Ausschüttungen unberücksichtigt. Er beschreibt damit einen Teil der Rendite, nicht die Rendite.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Was der Kursindex abbildet
Die Berechnung folgt ausschließlich den Kursen der enthaltenen Titel. Zahlt ein Unternehmen eine Dividende, sinkt sein Kurs am Ex-Tag entsprechend — der Index gibt diesen Rückgang wieder und verbucht die Ausschüttung nirgends.
Über kurze Zeiträume fällt das kaum auf. Über lange Zeiträume entsteht daraus eine systematische Untertreibung: Bei einer Ausschüttungsrendite von rund zwei Prozent jährlich fehlt dem Kursindex jedes Jahr genau dieser Anteil, und zwar mit Zinseszinswirkung.
Verwendet werden Kursindizes trotzdem, und das aus nachvollziehbaren Gründen:
- Sie sind älter als die Total-Return-Varianten und haben deshalb längere Historien.
- In der Medienberichterstattung sind sie für einzelne Märkte gebräuchlich.
- Für die Betrachtung reiner Kursbewegungen innerhalb eines Tages sind sie die passende Größe.
Für die Beurteilung einer Anlage sind sie dagegen ungeeignet. Ein ETF vereinnahmt die Ausschüttungen der gehaltenen Titel — sein Vergleichsmaßstab muss sie ebenfalls enthalten. Details dazu unter Total-Return-Index.
Die Gewichtungsregel ist bei beiden Varianten identisch: Beide gewichten nach Streubesitz und Marktwert. Der Unterschied liegt allein in der Behandlung der Erträge.
Warum er mit dem Performanceindex verwechselt wird
Die Verwechslung entsteht selten aus Unkenntnis, sondern aus der Darstellung: In Grafiken, Kurslisten und App-Ansichten steht meist nur der Indexname, nicht die Variante.
Woran du sie trotzdem unterscheiden kannst:
| Hinweis | Bedeutung |
|---|---|
| Zusatz „TR", „Net Return", „Performance" | Ausschüttungen enthalten |
| Zusatz „PR", „Price", „Kursindex" | Ausschüttungen nicht enthalten |
| Kein Zusatz, europäischer Index | meist Net Total Return |
| Kein Zusatz, US-Index | häufig Kursindex |
Die letzte Zeile ist der häufigste Stolperstein: Bekannte US-Indizes werden in der Berichterstattung überwiegend als Kursindex zitiert, während europäische Standardindizes häufig in der Performance-Variante geführt werden. Wer beide nebeneinanderlegt, vergleicht dann zwei verschiedene Rechenarten und liest daraus eine Überlegenheit, die es so nicht gibt.
Für die eigene Auswertung folgt daraus eine einfache Regel: Erst die Variante klären, dann vergleichen. Welche Konsequenzen ein falscher Maßstab hat, behandelt Benchmark.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Indexangaben beschreiben vergangene Zeiträume und lassen keinen Schluss auf künftige Wertentwicklungen zu.
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