Glossar
Benchmark: der Maßstab für eine Wertentwicklung
Eine Benchmark ist der Maßstab, an dem die Entwicklung eines Portfolios gemessen wird. Sie ist eine Rolle, kein Produkt — dasselbe Indexkonstrukt kann für den einen Fonds Benchmark sein und für den anderen nicht.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Die Rolle der Vergleichsgröße
Eine Benchmark beantwortet eine einzige Frage: Wäre es auch ohne die getroffenen Entscheidungen so gelaufen? Damit sie das leisten kann, muss sie drei Bedingungen erfüllen.
- Vorher festgelegt. Eine im Nachhinein gewählte Vergleichsgröße ist wertlos, weil sich immer eine finden lässt, die gut aussehen lässt.
- Sachlich passend. Sie muss denselben Markt, dieselbe Region und dieselbe Größenklasse abdecken wie das gemessene Portfolio.
- Investierbar. Ein Maßstab, den niemand hätte kaufen können, taugt nicht als Alternative.
Bei einem Index-ETF fallen Benchmark und Anlageziel zusammen: Der Fonds will den Index abbilden, und derselbe Index dient als Maßstab. Gemessen wird dann nicht, ob der Fonds besser war, sondern wie genau er getroffen hat — dafür ist die Tracking Difference die passende Kennzahl.
Aktiv verwaltete Fonds nennen in ihren Unterlagen ebenfalls eine Benchmark, verfolgen aber ein anderes Ziel: Sie wollen den Maßstab übertreffen, nicht treffen. Dieselbe Zahl trägt dort deshalb eine andere Bedeutung — eine Abweichung nach oben ist erwünscht statt auffällig.
Bei einem selbst zusammengestellten Depot ist die Wahl schwieriger. Wer vier Positionen mit eigenen Zielgewichten hält, braucht streng genommen eine entsprechend gewichtete Kombination als Maßstab — ein einzelner Weltindex misst dann etwas anderes.
Abgrenzung zum Index selbst
Die Begriffe werden im Alltag gleichgesetzt, beschreiben aber verschiedene Ebenen.
| Index | Benchmark | |
|---|---|---|
| Was es ist | ein berechnetes Konstrukt | eine zugewiesene Rolle |
| Existiert | unabhängig vom Portfolio | nur im Verhältnis zu einem Portfolio |
| Anzahl | einer je Berechnungsregel | für jedes Portfolio eine andere möglich |
Praktisch relevant wird der Unterschied bei zwei Fehlern. Der erste ist die Verwechslung der Indexvariante: Wird ein Fonds, der Dividenden vereinnahmt, gegen einen Kursindex gemessen, entsteht ein scheinbarer Vorsprung, der ausschließlich aus der Rechenmethode stammt. Maßgeblich ist immer der Performanceindex.
Ein dritter Punkt betrifft die Währung. Wird ein in Euro geführtes Depot gegen einen in US-Dollar berechneten Index gehalten, misst der Vergleich zusätzlich die Wechselkursentwicklung mit. Beide Seiten müssen in derselben Währung stehen, sonst ist die Differenz nicht interpretierbar.
Der zweite Fehler betrifft laufende Einzahlungen. Ein Depot, in das monatlich eingezahlt wird, lässt sich nicht direkt mit einer Indexrendite vergleichen — die Zahlungsströme müssen herausgerechnet werden. Wie das geht, behandelt Depot mit Index vergleichen.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Vergangene Wertentwicklungen und Vergleichsmaßstäbe lassen keinen Schluss auf künftige Ergebnisse zu.
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