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Sparplan pausieren: die Folgen nach Dauer gestaffelt

Eine Pause kostet nicht die ausgefallenen Raten, sondern deren gesamte Restlaufzeit im Plan. Sechs Monate zu 148 Euro sind 888 Euro an nicht eingezahltem Geld — und am Zieltermin fehlt ein Vielfaches davon.

Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.

Was in den ersten sechs Monaten passiert

Der unmittelbare Effekt ist klein und deshalb unauffällig. Bei einer Rate von 148 Euro fehlen nach sechs Monaten 888 Euro Einzahlung. Der Depotwert bleibt in dieser Zeit nicht stehen — die vorhandenen Anteile entwickeln sich weiter —, er wächst nur langsamer.

Auf dem Zielpfad ist das kaum abzulesen. Die Ist-Linie flacht leicht ab, bleibt aber innerhalb der normalen Schwankungsbreite. Wer nicht gezielt hinschaut, bemerkt eine halbjährige Pause im Diagramm nicht.

Genau darin liegt die Gefahr. Eine Pause, die sich nicht meldet, wird selten aktiv beendet — sie läuft weiter, bis irgendetwas anderes daran erinnert.

Drei Dinge geschehen in dieser Phase im Hintergrund:

  • Der Dauerauftrag bleibt oft eingerichtet. Viele Broker setzen den Sparplan nicht aus, sondern überspringen Termine bei fehlender Deckung — kommentarlos. Wer nur die Deckung entfernt hat, hat den Plan technisch nicht pausiert.
  • Die Kosten laufen weiter. Depotgebühr und Fondskosten fallen unabhängig von Einzahlungen an. Bei einer Pause sinkt der Ertrag, nicht die Belastung.
  • Die Rechnung im Plan bleibt unverändert. Solange die geplante Rate im Modell steht, zeigt der Zielpfad ein Ergebnis, das nicht mehr zustande kommen kann.

Der letzte Punkt ist der wichtigste: Eine Pause gehört im Plan hinterlegt, sonst rechnet das Modell mit Geld, das nicht fließt.

Nach zwölf Monaten: die Lücke wird sichtbar

Nach einem Jahr sind 1.776 Euro nicht eingezahlt, und der Abstand zur Soll-Linie ist erstmals eindeutig — größer als die übliche Schwankung.

Ein Modellbeispiel mit gesetzten Werten macht den Unterschied zwischen fehlender Einzahlung und fehlendem Endwert deutlich. Bei 148 Euro monatlich, 11 Jahren Restlaufzeit, 6,8 Prozent Renditeannahme und einem Zielbetrag von 167.000 €:

GrößeBetrag
Nicht eingezahlt in 12 Monaten1.776 €
Fehlbetrag am Zielterminrund 3.500 €
Verhältnisknapp das Doppelte
Anteil am Zielbetrag von 167.000 €rund 2 %

Der Fehlbetrag ist fast doppelt so hoch wie die ausgefallene Summe — und das bei nur elf Jahren Restlaufzeit. Bei zwanzig Jahren wäre es das Vier- bis Fünffache.

Der Grund ist der Zinseszins, aber von der ungewohnten Seite: Nicht der eingezahlte Euro fehlt, sondern alles, was er über die Restlaufzeit erwirtschaftet hätte. Je früher in der Ansparzeit die Pause liegt, desto teurer wird sie — obwohl die absolute Summe dieselbe ist.

Daraus folgt eine Konsequenz, die dem Bauchgefühl widerspricht: Wenn eine Pause unvermeidlich ist, ist sie spät weniger schädlich als früh. Wer die Wahl hat, pausiert lieber im letzten Drittel der Ansparzeit.

Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.

Nach 24 Monaten: der Zinseszins fehlt doppelt

Nach zwei Jahren sind 3.552 Euro nicht geflossen, und der Fehlbetrag am Zieltermin liegt im Modell bei rund 6.800 Euro. Die Ist-Linie hat sich von der Soll-Linie so weit entfernt, dass sie ohne Gegenmaßnahme nicht mehr zusammenlaufen.

Ab dieser Dauer kommt ein zweiter Effekt hinzu, den kürzere Pausen nicht haben: Die Rückkehr zur alten Rate reicht nicht mehr aus, um den Pfad wieder zu erreichen. Sie stellt nur die ursprüngliche Steigung wieder her — der entstandene Abstand bleibt bestehen und wächst sogar weiter, weil er selbst nicht mitverzinst wird.

Anders gesagt: Nach einer kurzen Pause holt die alte Rate den Rückstand mit der Zeit auf. Nach einer langen tut sie das nicht mehr.

Praktisch relevant ist außerdem, was in zwei Jahren sonst passiert:

  • Der Fonds kann aus dem Sparplanangebot gefallen sein.
  • Steuerliche Werte haben sich geändert, das Steuerprofil ist veraltet.
  • Die eigene Lebenslage hat sich verschoben, und der Zielbetrag passt möglicherweise nicht mehr.

Eine zweijährige Pause endet deshalb selten damit, den alten Sparplan einfach wieder einzuschalten. Sie endet mit einer neuen Planung.

So holst du eine Pause wieder auf

Die Rückkehr hat drei Wege, und welcher passt, hängt an der Restlaufzeit.

WegWirktPasst bei
Rate dauerhaft erhöhenüber die gesamte Restlaufzeitlanger Restlaufzeit
Einmalzahlungsofort und mit voller Verzinsungverfügbarem Betrag
Zieltermin verschiebenüber zusätzliche Zeitweichem Zieldatum

Die Einmalzahlung ist bei kurzer Restlaufzeit der stärkste Hebel, weil sie sofort im Bestand arbeitet. Die Ratenerhöhung ist bei langer Restlaufzeit wirksamer, weil sie über viele Jahre wirkt. Beide zusammen sind der Regelfall.

Was rechnerisch fehlt, beziffert der Sparlücken-Rechner. Zwei Punkte gehören zur ehrlichen Rechnung dazu: Die Erhöhung muss durchhaltbar sein — eine Rate, die den Rückstand schnell schließt und nach sechs Monaten wieder endet, verschlimmert die Lage. Und der Rückstand ist kein Versäumnis, das aufgeholt werden muss; ihn stehen zu lassen und das Ziel anzupassen ist eine gültige Entscheidung, solange sie bewusst getroffen und festgehalten wird.

Wie eine Kurskorrektur zur Halbzeit eines Plans aussieht, zeigt Plan zur Halbzeit nachjustieren.


Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Die Wirkung einer Pause hängt von Restlaufzeit, Rate und den gesetzten Annahmen ab. Diese Seite enthält keine Empfehlung, einen Sparplan fortzuführen oder auszusetzen.

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