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Ratgeber

Depotdaten aus dem Broker-Export importieren

Der Broker-Export enthält fast immer alles Nötige, nur selten in der Reihenfolge, die ein Import erwartet. Die Arbeit liegt deshalb nicht beim Einlesen, sondern in den zehn Minuten davor.

Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.

Den Export beim Broker richtig auswählen

Die meisten Depotbanken bieten mehrere Exporte an, und sie enthalten unterschiedliche Dinge. Die Auswahl entscheidet darüber, ob am Ende ein Bestand oder eine Historie im System landet.

Vier Exportarten sind verbreitet:

  • Bestandsübersicht (Positionsliste). Enthält Stückzahl, aktuellen Kurswert und meist die ISIN. Sie beschreibt den Stand heute, ohne zu sagen, wie er entstanden ist.
  • Transaktionshistorie. Enthält jeden Kauf, Verkauf und jede Ausschüttung mit Datum. Sie ist die einzige Grundlage für eine korrekte Kostenbasis.
  • Umsatzübersicht des Verrechnungskontos. Enthält Geldbewegungen, aber keine Stückzahlen — als alleinige Quelle unbrauchbar.
  • Steuerreport / Erträgnisaufstellung. Enthält versteuerte Beträge, nicht die Positionsstruktur.

Für einen vollständigen Import brauchst du in aller Regel zwei davon: die Transaktionshistorie für die Vergangenheit und die Bestandsübersicht als Kontrollgröße für den Abgleich.

Beim Zeitraum gilt: so weit zurück wie möglich. Viele Broker begrenzen den Export auf die letzten 12 oder 24 Monate — ältere Daten müssen dann über den Postbox-Bereich oder auf Anfrage beschafft werden. Wer diesen Schritt überspringt, importiert Positionen ohne Anschaffungsdaten und verliert die Grundlage jeder späteren Gewinnberechnung. Was der Depotübertrag ausweist, deckt sich dabei nicht mit dem, was ein Import braucht.

Das Dateiformat sollte CSV sein, nicht PDF und nicht XLSX. PDF-Exporte lassen sich zwar konvertieren, verlieren dabei aber regelmäßig Spaltengrenzen.

Spalten prüfen und benennen

Nach dem Öffnen der Datei folgt der wichtigste Arbeitsschritt: die Zuordnung der Spalten. Jeder Broker benennt sie anders, und dieselbe Bezeichnung kann Unterschiedliches meinen.

Diese Felder werden gebraucht:

FeldTypische BezeichnungenPflicht
ISINISIN, Wertpapierkennnummer, Instrumentja
BezeichnungWertpapier, Name, Produktnein
ArtTyp, Transaktionsart, Buchungstextja
DatumHandelstag, Ausführungstag, Valutaja
StückzahlNominal, Anzahl, Mengeja
KursAusführungskurs, Preis, Kurswertja
BetragGesamtbetrag, Belastung, Gutschriftja
GebührenProvision, Entgelt, Fremdkostenempfohlen

Zwei Fallen sind hier üblich. Erstens der Unterschied zwischen Handelstag und Valutatag — für steuerliche Fragen zählt der Handelstag, viele Exporte führen aber beides und stellen die Valuta nach vorn. Zweitens die Spalte Betrag, die je nach Broker mit oder ohne Gebühren ausgewiesen wird. Wer das verwechselt, bucht die Kosten doppelt oder gar nicht.

Die ISIN ist das einzige Feld, das eine eindeutige Zuordnung erlaubt. Fondsnamen ändern sich, Kürzel unterscheiden sich je Handelsplatz — die zwölfstellige Kennung nicht. Details dazu stehen unter ISIN.

Datumsformate und Dezimaltrennzeichen angleichen

Der häufigste Grund für abgebrochene Importe ist kein Denkfehler, sondern eine Formatfrage. Drei Punkte lohnen den Blick, bevor die Datei hochgeladen wird.

  1. Datumsformat. Deutsche Exporte liefern meist TT.MM.JJJJ, internationale JJJJ-MM-TT oder MM/TT/JJJJ. Besonders tückisch ist das amerikanische Format: Der 03.04.2026 wird als 4. März eingelesen, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint. Prüfe deshalb gezielt eine Zeile mit einem Tag über 12.
  2. Dezimaltrennzeichen. Komma oder Punkt entscheidet über den Faktor 1000. Wenn 1.234,56 als 1.23456 gelesen wird, fällt das bei Kursen kaum auf, bei Beträgen sofort.
  3. Zeichenkodierung. UTF-8 ist der Normalfall; ältere Exporte kommen als ISO-8859-1. Erkennbar an zerstörten Umlauten in den Fondsnamen — für den Import unkritisch, für die spätere Lesbarkeit nicht.

Ein vierter Punkt betrifft Vorzeichen. Manche Broker führen Verkäufe als negative Stückzahl, andere als eigene Transaktionsart mit positiver Menge. Beides ist zulässig, aber nur eines davon passt zum Zielsystem — und die Verwechslung verdoppelt den Bestand statt ihn zu reduzieren.

Die Korrektur erfolgt am besten in der Tabellenkalkulation und über Suchen und Ersetzen in der ganzen Spalte, nicht zeilenweise.

Import durchführen und Ergebnisbericht lesen

Der eigentliche Import ist der kürzeste Teil. Entscheidend ist, was danach geprüft wird.

Drei Kontrollen fangen praktisch alle Fehler ab:

  • Zeilenzahl abgleichen. Die Zahl der importierten Buchungen muss der Zahl der Datenzeilen entsprechen, abzüglich der Kopfzeile. Fehlende Zeilen stehen im Bericht mit Grund.
  • Bestand gegenrechnen. Die aus den Transaktionen errechnete Stückzahl je ISIN muss mit der Bestandsübersicht übereinstimmen. Abweichungen zeigen fehlende Altbuchungen oder doppelte Importe.
  • Summe der Einzahlungen prüfen. Sie sollte zur Summe der Belastungen auf dem Verrechnungskonto passen.

Der Ergebnisbericht nennt in der Regel drei Kategorien: übernommen, übersprungen, fehlerhaft. Übersprungene Zeilen sind meist Dubletten aus einem früheren Import — das ist gewollt. Fehlerhafte Zeilen nennen die Ursache: unbekannte ISIN, nicht lesbares Datum, fehlende Stückzahl.

Nach dem ersten erfolgreichen Import lohnt eine Stichprobe von Hand: drei zufällige Buchungen aus der Originalabrechnung heraussuchen und im System nachschlagen. Stimmen Datum, Stückzahl, Kurs und Gebühr in allen drei Fällen, ist die Spaltenzuordnung mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig. Weicht eine ab, ist es fast nie ein Einzelfall, sondern ein Zuordnungsfehler, der die ganze Datei betrifft — dann besser den Import zurücksetzen als einzelne Zeilen korrigieren.

Ein Sonderfall verdient Aufmerksamkeit: Depotüberträge ohne Anschaffungsdaten. Sie erscheinen als Eingangsbuchung ohne Kurs. Diese Zeilen müssen von Hand ergänzt werden, sonst rechnet jede spätere Auswertung mit einem Einstand von null. Welche Fehler beim Nachpflegen typischerweise entstehen, steht in Fehler bei der Transaktionserfassung.


Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Die Bezeichnungen und Formate unterscheiden sich je Depotbank. Keine Steuerberatung.

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