Glossar
ISIN: die internationale Wertpapierkennnummer
Die ISIN ist eine zwölfstellige internationale Kennnummer, die ein Wertpapier weltweit eindeutig identifiziert. Sie ist der einzige Bezeichner, der über Länder- und Anbietergrenzen hinweg zuverlässig funktioniert.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Aufbau der zwölfstelligen Kennung
Die Nummer besteht aus drei Blöcken mit fester Bedeutung:
| Stellen | Inhalt | Beispielhafte Bedeutung |
|---|---|---|
| 1–2 | Länderkürzel nach ISO 3166 | IE für Irland, LU für Luxemburg, DE für Deutschland |
| 3–11 | nationale Kennung | vom jeweiligen Land vergebene Ziffern- oder Buchstabenfolge |
| 12 | Prüfziffer | rechnerisch aus den vorherigen Stellen abgeleitet |
Das Länderkürzel bezeichnet das Land der Wertpapierkennnummernvergabe — bei Fonds ist das in aller Regel das Fondsdomizil. Ein ETF mit einer ISIN, die mit IE beginnt, ist also nach irischem Recht aufgelegt, unabhängig davon, wo er gehandelt wird oder welche Titel er hält.
Die letzte Stelle ist eine Prüfziffer. Sie fängt Tippfehler ab: Eine vertauschte Ziffer führt in aller Regel zu einer ungültigen Nummer, die von Suchmasken und Importroutinen abgewiesen wird. Für den Abgleich von Depotdaten ist das ein praktischer Vorteil — falsch erfasste Kennungen fallen sofort auf statt still ins Leere zu laufen.
Abgrenzung zur WKN
Beide Kennungen bezeichnen dasselbe Wertpapier und werden trotzdem regelmäßig durcheinandergebracht.
| ISIN | WKN | |
|---|---|---|
| Länge | 12 Stellen | 6 Stellen |
| Gültigkeit | international | deutscher Sprachraum |
| Aufbau | Land, Kennung, Prüfziffer | fortlaufend vergeben |
| Prüfziffer | ja | nein |
Ein verbreiteter Irrtum ist außerdem, aus dem Länderkürzel auf den Anlageschwerpunkt zu schließen. Ein Fonds mit IE-Kennung investiert nicht in Irland — er ist dort lediglich aufgelegt. Die überwiegende Zahl der in Deutschland handelbaren ETFs trägt aus genau diesem Grund eine irische oder luxemburgische ISIN, unabhängig davon, welche Märkte sie abbilden.
Ebenfalls unabhängig von der ISIN ist der Handelsplatz. Dasselbe Papier kann an mehreren Börsen notiert sein und behält dabei seine Kennnummer; unterschiedlich sind lediglich Kurs, Handelswährung und Spanne.
Für die eigene Dokumentation ist die ISIN die bessere Wahl. Sie ist eindeutig, sie enthält eine Fehlerprüfung, und sie funktioniert auch dann noch, wenn du das Depot zu einem Anbieter überträgst, der die WKN nicht führt. In der ETF-Suche und beim Datenimport ist sie deshalb das führende Merkmal.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Diese Seite erklärt eine Kennung und enthält keine Aussage über einzelne Wertpapiere.
Passt dazu
Verwandte Seiten im Glossar
WKN: die deutsche Wertpapierkennnummer
WKN erklärt: wie die sechsstellige deutsche Kennnummer aufgebaut ist und warum sie im Alltag regelmäßig mit der internationalen ISIN verwechselt wird.
Seite öffnen →Depotdaten aus dem Broker-Export importieren
Broker-Export als CSV importieren: den richtigen Export wählen, Spalten benennen, Datums- und Zahlenformate angleichen und den Ergebnisbericht prüfen.
Seite öffnen →Abgeltungsteuer: die Steuer auf Kapitalerträge
Abgeltungsteuer erklärt: Steuersatz nach § 32d EStG, die Zuschläge darauf und die Fälle, in denen die Abgeltungswirkung ausdrücklich nicht greift.
Seite öffnen →Aktienfondsquote: die Schwelle im Investmentsteuerrecht
Aktienfondsquote erklärt: welche gesetzliche Schwelle über den Teilfreistellungssatz entscheidet und wie sich die Quote an einem Fonds prüfen lässt.
Seite öffnen →