Glossar
PRIIP: die Verordnung hinter dem Informationsblatt
PRIIP bezeichnet verpackte Anlageprodukte, für die ein standardisiertes Informationsblatt vorgeschrieben ist. Der Begriff steht für die Verordnung, nicht für das Dokument selbst.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Was die Verordnung regelt
PRIIP steht für Packaged Retail and Insurance-based Investment Products — verpackte Anlageprodukte für Privatanleger. Gemeint sind Produkte, bei denen der Rückzahlungsbetrag von der Entwicklung eines zugrunde liegenden Werts abhängt und nicht direkt gehalten wird.
Erfasst sind unter anderem:
- Investmentfonds und ETFs
- Zertifikate und strukturierte Produkte
- fondsgebundene Versicherungen
- geschlossene Beteiligungen für Privatanleger
Nicht erfasst sind direkt gehaltene Aktien und Anleihen sowie klassische Sparprodukte — dort gibt es kein „Verpacken".
Der Zweck ist Vergleichbarkeit über Produktgrenzen hinweg. Vor der Verordnung folgte jede Produktgattung eigenen Informationspflichten; ein Fonds ließ sich mit einem Zertifikat nicht sinnvoll nebeneinanderlegen. Vorgeschrieben sind deshalb einheitliche Kostenangaben, ein einheitlicher Risikoindikator und einheitliche Szenariodarstellungen — festgehalten im Basisinformationsblatt.
Warum das KIID abgelöst wurde
Für Fonds gab es zuvor ein eigenes Dokument, die wesentlichen Anlegerinformationen — kurz KIID. Es ist seit Anfang 2023 für Privatanleger durch das PRIIP-Blatt ersetzt worden. Beide Dokumente sehen ähnlich aus und unterscheiden sich in drei Punkten erheblich.
| KIID (bis 2022) | PRIIP-Blatt (ab 2023) | |
|---|---|---|
| Gilt für | ausschließlich Fonds | alle verpackten Anlageprodukte |
| Wertentwicklung | Balken vergangener Jahre | Szenarien für die Zukunft |
| Risikoangabe | Skala 1–7 aus Schwankung | Skala 1–7 aus Markt- und Kreditrisiko |
| Kosten | laufende Kosten | Gesamtkosten inklusive Transaktionskosten |
Die zweite Zeile ist die umstrittenste Änderung. Die historischen Balken zeigten, was tatsächlich passiert ist; die Szenarien zeigen berechnete Möglichkeiten. Kritiker halten Letzteres für irreführend, weil eine berechnete Zukunft leichter für eine Zusage gehalten wird als eine dargestellte Vergangenheit.
Für die eigene Auswertung folgt daraus: Wer ältere Unterlagen mit neuen vergleicht, vergleicht zwei verschiedene Darstellungen. Die Kostenangaben sind zudem nicht deckungsgleich — im PRIIP-Blatt sind mehr Posten enthalten als in der ausgewiesenen TER, unter anderem eine Performance Fee, sofern vorhanden.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Angaben zum Stand 19.08.2026 nach der PRIIPs-Verordnung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Produktunterlagen.
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