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Kontrahentenrisiko: wenn der Vertragspartner ausfällt

Kontrahentenrisiko ist die Gefahr, dass ein Vertragspartner seine Verpflichtung nicht erfüllen kann. Es entsteht überall dort, wo ein Fonds eine Forderung gegen jemanden hält statt eines Wertpapiers.

Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.

Worin das Risiko besteht

Zwei Konstellationen im Fonds erzeugen eine solche Forderung:

  • Tauschgeschäfte. Ein synthetisch replizierender ETF hat einen Anspruch gegen seinen Swap-Kontrahenten auf die Indexrendite.
  • Wertpapierleihe. Verliehene Titel müssen zurückgegeben werden; bis dahin besteht ein Anspruch gegen den Entleiher.

In beiden Fällen ist der Fonds nicht Eigentümer dessen, was ihm zusteht — er hat einen Anspruch darauf. Fällt die Gegenseite aus, ist dieser Anspruch zunächst wertlos.

Wichtig ist der Umfang. Das Risiko bezieht sich nicht auf das Fondsvermögen, sondern nur auf den offenen Betrag aus dem Geschäft. Bei einem täglich ausgeglichenen Swap ist das oft ein Bruchteil eines Prozents; nach den OGAW-Regeln darf es zehn Prozent des Fondsvermögens nicht überschreiten.

Hinzu kommt die Besicherung: Für den offenen Betrag werden Wertpapiere hinterlegt, getrennt verwahrt und täglich neu bewertet. Was dort liegen darf, ist geregelt und steht unter Sicherheitenpool.

Warum es kein Totalverlustrisiko ist

In der Diskussion um synthetische ETFs wird das Risiko regelmäßig überzeichnet. Vier Punkte relativieren es.

AnnahmeWas tatsächlich gilt
Das ganze Fondsvermögen steht im Feuerbetroffen ist nur der offene Betrag aus dem Geschäft
Es gibt keine AbsicherungSicherheiten werden hinterlegt und täglich bewertet
Der Fonds verliert seinen Statusdas Sondervermögen bleibt unberührt
Nur synthetische ETFs sind betroffenauch physische Fonds mit Wertpapierleihe haben es

Die vierte Zeile wird am häufigsten übersehen. Ein physisch replizierender Fonds, der Titel verleiht, trägt ebenfalls Kontrahentenrisiko — nur nennt es dort niemand so. Die Unterscheidung physisch gegen synthetisch ist also keine zwischen Risiko und Risikofreiheit, sondern eine zwischen zwei Ausprägungen.

Bliebe der ehrliche Rest: Ein gleichzeitiger Ausfall des Kontrahenten und ein Wertverfall der Sicherheiten in derselben Marktphase wäre ein Verlust. Das ist kein hypothetisches Konstrukt, aber ein deutlich engerer Fall als „das Geld ist weg". Wer diesen Rest nicht tragen will, wählt die physische Variante — und tauscht ihn gegen eine ungenauere Abbildung in schwer zugänglichen Märkten.


Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Diese Seite ordnet ein Risiko ein und enthält keine Empfehlung für eine bestimmte Replikationsmethode.

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