Glossar
Fondswährung: die Rechnungswährung des Fonds
Die Fondswährung ist die Währung, in der ein Fonds seine Rechnungslegung und Anteilspreise führt. Sie ist eine buchhalterische Festlegung und keine Aussage über die Anlage.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Was die Fondswährung festlegt
Ein Fonds hält Titel in vielen Währungen. Für Bewertung und Berichterstattung braucht er trotzdem eine einheitliche Bezugsgröße — das ist die Fondswährung.
Festgelegt wird damit:
- in welcher Währung der Anteilspreis berechnet wird
- in welcher Währung Jahres- und Halbjahresbericht erstellt werden
- in welcher Währung eine Ausschüttung ermittelt und ausgezahlt wird
Nicht festgelegt wird dagegen, worin der Fonds investiert. Ein in US-Dollar geführter Welt-ETF hält europäische, japanische und Schwellenländer-Aktien in ihren jeweiligen Heimatwährungen. Die Umrechnung auf die Fondswährung ist ein Rechenschritt am Ende, kein Anlagevorgang.
Daraus folgt der zentrale Punkt: Die Fondswährung erzeugt kein Währungsrisiko. Das Risiko entsteht aus den Währungen der gehaltenen Titel. Ein in Euro geführter Welt-ETF trägt genau dasselbe Währungsrisiko wie derselbe Fonds in Dollar-Rechnung — die Zahl auf dem Papier sieht nur anders aus.
Woher das Risiko tatsächlich kommt und wie es über die Jahre wirkt, behandelt Währungsrisiko im Weltportfolio.
Abgrenzung zur Handelswährung
Neben der Fondswährung gibt es die Handelswährung — die Währung, in der ein Anteil an einem bestimmten Handelsplatz notiert.
| Fondswährung | Handelswährung | |
|---|---|---|
| Legt fest | Rechnungslegung und Anteilspreis | Notierung an der Börse |
| Gilt | für den gesamten Fonds | je Handelsplatz |
| Anzahl | eine je Anteilsklasse | mehrere möglich |
| Erzeugt Währungsrisiko | nein | nein |
Wichtig ist außerdem, dass die Fondswährung nichts über die Kosten aussagt. Zwei Anteilsklassen desselben Fonds in unterschiedlicher Rechnungswährung tragen üblicherweise dieselbe Kostenquote — sie halten dasselbe Portfolio und unterliegen derselben Verwaltung. Unterschiede in der Kostenquote deuten deshalb nicht auf die Währung hin, sondern auf eine andere Klasse, etwa eine institutionelle oder eine währungsgesicherte.
Derselbe ETF kann in Frankfurt in Euro und in London in Dollar notiert sein — bei identischer Fondswährung und identischem Portfolio. Beide Notierungen bilden denselben Wert ab, umgerechnet zum jeweils aktuellen Kurs.
Für die Praxis heißt das: Der Kauf in Euro erspart dir eine sichtbare Umrechnung durch den Broker, nicht das Währungsrisiko der Anlage. Wer dieses Risiko begrenzen will, braucht eine währungsgesicherte Anteilsklasse — und zahlt dafür laufende Sicherungskosten.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Diese Seite erklärt eine Fondsstruktur und enthält keine Empfehlung zu Währungsentscheidungen.
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