Glossar
Entnahmerate: der jährlich entnommene Anteil
Die Entnahmerate gibt an, welcher Anteil des Kapitals pro Jahr entnommen wird. Sie ist eine Verhältniszahl und sagt für sich genommen nichts darüber aus, wie lange das Kapital reicht.
Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.
Die Berechnung der Rate
Die Formel ist eine einfache Division:
jährliche Entnahme ÷ Kapitalstock × 100 = Entnahmerate in Prozent
Entscheidend ist, auf welchen Kapitalstock du dich beziehst. Dafür gibt es zwei gängige Varianten, und sie führen zu unterschiedlichen Ergebnissen:
- Anfängliche Entnahmerate. Der Bezugswert ist das Kapital zu Beginn der Entnahmephase und bleibt danach unverändert. Die Entnahme wird lediglich jährlich an die Inflation angepasst. Diese Variante liefert einen konstanten, planbaren Betrag.
- Laufende Entnahmerate. Der Bezugswert ist das Kapital zu Beginn jedes Jahres. Die Entnahme schwankt dadurch mit dem Depotwert — in schwachen Jahren sinkt sie, in starken steigt sie.
Wer über Entnahmeraten spricht, meint fast immer die erste Variante. Für die Beurteilung eines laufenden Plans ist jedoch die zweite die aussagekräftigere, weil sie zeigt, welchen Anteil du dem Depot im aktuellen Jahr tatsächlich entnimmst.
Nicht enthalten in der Rate sind Steuern. Wer 1.590 Euro netto im Monat braucht, muss brutto mehr entnehmen — um wie viel mehr, hängt vom Anteil steuerpflichtiger Gewinne an der Entnahme ab.
Die Rate an einem Kapitalstock gerechnet
Ein Modellbeispiel mit gesetzten Werten:
- Kapital zum Entnahmestart: 497.000 €
- gewünschte Entnahme: 1.590 € pro Monat
- Entnahmestart: mit 66 Jahren
- geplante Entnahmedauer: 29 Jahre
Die jährliche Entnahme beträgt 19.080 €. Bezogen auf 497.000 € ergibt das eine anfängliche Entnahmerate von rund 3,84 %.
| Größe | Wert |
|---|---|
| Kapitalstock | 497.000 € |
| Entnahme pro Jahr | 19.080 € |
| Anfängliche Entnahmerate | 3,84 % |
| Geplante Dauer | 29 Jahre |
Die Zahl ist der eigentliche Befund: Eine Rate von 3,84 Prozent bedeutet, dass der Kapitalstock rechnerisch bereits dann erhalten bliebe, wenn die Rendite dauerhaft knapp darüber liegt. Ob 29 Jahre gedeckt sind, entscheidet sich damit nicht an der Rate allein, sondern daran, wie die Renditen über diesen Zeitraum verteilt sind. Genau dafür ist die Kennzahl da: Sie übersetzt einen Wunschbetrag in eine Anforderung an das Kapital und macht sichtbar, ob beide zusammenpassen.
Wie lange das Kapital unter verschiedenen Annahmen tatsächlich reicht, rechnet der Entnahmedauer-Rechner. Warum eine feste Rate besonders in den ersten Jahren riskant ist, erklärt Sequenzrisiko; die Wahl zwischen fester und flexibler Regel behandelt Feste oder flexible Entnahme.
Modellrechnung, keine Prognose. Die Werte sind gesetzt, nicht erwartet.
Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Eine Entnahmerate ist keine Aussage über die Sicherheit eines Plans und keine Empfehlung für eine bestimmte Höhe.
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