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Diversifikation: Streuung über verschiedene Ursachen

Diversifikation verteilt Kapital so, dass nicht alle Positionen gleichzeitig von derselben Ursache betroffen sind. Sie wirkt über die Verschiedenartigkeit der Anlagen, nicht über ihre Anzahl.

Hinweis: ETFPlaner liefert Modellrechnungen und Dokumentation. Keine Anlageberatung und keine Steuerberatung.

Was Streuung bewirkt und was nicht

Der Nutzen entsteht nicht dadurch, dass man vieles besitzt, sondern dadurch, dass die Bestandteile unterschiedlich auf dieselben Ereignisse reagieren. Die maßgebliche Größe dafür ist die Korrelation.

Was Diversifikation leistet:

  • Sie senkt die Schwankungsbreite des Gesamtdepots gegenüber der durchschnittlichen Schwankung der Einzelpositionen.
  • Sie begrenzt die Wirkung eines einzelnen Ausfalls auf einen kleinen Teil des Vermögens.
  • Sie verengt die Bandbreite möglicher Endergebnisse — der Korridor um den Erwartungswert wird schmaler.

Was sie ausdrücklich nicht leistet:

  • Sie schützt nicht vor allgemeinen Marktrückgängen. In starken Abschwüngen bewegen sich breit gestreute Anlagen häufig gemeinsam nach unten, weil dann eine gemeinsame Ursache dominiert.
  • Sie erhöht nicht die erwartete Rendite. Sie verändert die Streuung, nicht den Mittelwert.
  • Sie ersetzt keinen Liquiditätspuffer. Ein gestreutes Depot ist im Rückgang genauso wenig zum Verkauf geeignet wie ein konzentriertes.

Der erste Punkt ist die wichtigste Einschränkung. Gerade wenn Streuung am meisten helfen soll, wirkt sie am wenigsten — Korrelationen steigen in Krisen. Wer sie als Schutz vor Verlusten versteht, wird enttäuscht; wer sie als Schutz vor einzelnen Fehlschlägen versteht, liegt richtig.

Ihre Rolle in der Modellrechnung

Im Plan taucht Diversifikation nicht als eigene Eingabe auf. Sie wirkt indirekt über zwei Größen:

GrößeWirkung
Ergebnisbandbreitewird schmaler, je unterschiedlicher die Bestandteile
Renditeannahmebleibt unverändert

Daraus folgt eine Konsequenz für die Planung: Eine breitere Streuung rechtfertigt keine höhere Renditeannahme. Wer nach dem Hinzufügen einer Position die Erwartung anhebt, verwechselt Streuung mit Ertrag.

Umgekehrt gilt: Eine Konzentration rechtfertigt eine vorsichtigere Bandbreite. Wer bewusst konzentriert anlegt, sollte im pessimistischen Szenario einen größeren Abstand einplanen — nicht, weil der Erwartungswert sinkt, sondern weil die Streuung um ihn herum größer ist.

Praktisch stellt sich die Frage meist als Entscheidung über die Zahl der Fonds. Mehr Positionen bedeuten nicht automatisch mehr Streuung, wohl aber mehr Pflegeaufwand — diese Abwägung führt Ein ETF oder mehrere. Was passiert, wenn Streuung ausbleibt, steht unter Klumpenrisiko.


Keine Anlageberatung. Keine Steuerberatung. Diese Seite erklärt ein Anlageprinzip und enthält keine Empfehlung für eine bestimmte Depotstruktur.

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